Der von der Genfer Pictet-Gruppe gegründete Prix Pictet hat in Arles das Thema seines zwölften Zyklus bekannt gegeben: Jungle. Der Preisträger wird im September 2027 im Victoria and Albert Museum gekürt.
Auf einen Blick
- Preis
- Prix Pictet, gegründet 2008
- Zyklus
- der zwölfte
- Thema
- Jungle
- Bekanntgabe
- 9. Juli 2026, Arles
- Nominatoren
- über 350
- Shortlist
- zwölf, Sommer 2027
- Preisvergabe
- September 2027, London
- Preisgeld
- 100.000 CHF
- Jury-Vorsitz
- Sir Tim Smit
Die unabhängige Genfer Vermögensverwaltungsgruppe Pictet hat den Prix Pictet 2008 gegründet. Heute gilt er als weltweit führender Preis für Fotografie und Nachhaltigkeit. Am 9. Juli 2026 gab Michael Benson, Direktor des Preises, in der Eröffnungswoche der Rencontres d’Arles das Thema des zwölften Zyklus bekannt: Jungle. Die Gruppe veröffentlichte die Meldung am folgenden Tag.
Ein Wort, viele Lesarten
Alle zwei Jahre beginnt ein neuer Zyklus, der die Debatte über ökologische und soziale Nachhaltigkeit anregen soll. Er startet mit der Bekanntgabe des Themas in Arles und mündet in eine weltweite Ausstellungstournee. Die Themen bestehen immer aus einem einzigen Wort, von Water und Disorder bis zu Space, Fire und Storm: ein oft abstrakter Begriff, der eine Seite der Nachhaltigkeit beleuchtet und viele Deutungen zulässt.
„Die Dschungel der Welt sind die großen grünen Lungen des Planeten“, begründet Benson die Wahl. Diese riesigen Kohlenstoffspeicher spielten eine entscheidende Rolle für das Klima, seien aber überall in der Krise, bedroht von Abholzung, Bränden und Schädigung. Zugleich sieht er im Dschungel ein Bild der Gegenwart: Auch Städte, digitale Netze und soziale Gefüge hätten ihr Unterholz, Schichten von Komplexität, die ebenso viel verbergen wie zeigen.
Der Weg zum zwölften Preisträger
In den kommenden Monaten schlägt ein weltweites Netz von mehr als 350 Nominatorinnen und Nominatoren, darunter Kritiker, Kuratoren und andere Fachleute der Fotografie, Arbeiten zum neuen Thema vor. Die unabhängige Jury wählt daraus im Sommer 2027 eine Shortlist von zwölf Fotografinnen und Fotografen. Den Preisträger gibt der Prix Pictet im September 2027 zur Eröffnung einer Ausstellung im Victoria and Albert Museum in London bekannt, ausgezeichnet wird er mit 100.000 Schweizer Franken. Danach reist die Ausstellung zu mehr als einem Dutzend Stationen. Die Wanderausstellungen des Preises haben bisher mehr als 1,5 Millionen Besucherinnen und Besucher erreicht.
Neuer Vorsitzender der Jury ist der in den Niederlanden geborene britische Unternehmer Sir Tim Smit, Mitbegründer der Lost Gardens of Heligan und des Eden Project. Er folgt auf Sir David King, der nach neun Zyklen ausgeschieden ist.

Alfredo Jaar und der Große Salzsee
Auf die Bekanntgabe folgte ein Auftritt des chilenischen Künstlers, Architekten und Filmemachers Alfredo Jaar, der im September 2025 im Victoria and Albert Museum als Gewinner des elften Zyklus Storm ausgezeichnet worden war. Allein auf der Bühne sprach er über seine Serie The End (2025) zum Großen Salzsee in Utah. Weil ihm zu viel Wasser entnommen wird, hat der See seit Mitte des 19. Jahrhunderts 73 Prozent seines Wassers und 60 Prozent seiner Fläche verloren. Die Storm-Ausstellung tourt weiter, als Nächstes zu Fotografiska Shenzhen, ins Norton Museum of Art in Palm Beach und in die RMIT Gallery in Melbourne.
Nächste Station: Paris Photo
Im November rückt der Preis an den Kunstmarkt heran. Die Pictet-Gruppe ist offizieller Partner der Paris Photo, und der Prix Pictet zeigt im Grand Palais erstmals eine eigene Auswahl von Arbeiten seiner Preisträger, mit einem Stand auf dem Promenoir im Zentrum der Nef. Die elf bisherigen Preisträger sind Alfredo Jaar, Gauri Gill, Sally Mann, Joana Choumali, Richard Mosse, Valérie Belin, Michael Schmidt, Luc Delahaye, Mitch Epstein, Nadav Kander und Benoit Aquin.
milinia berichtet hier über eine Veröffentlichung des Hauses. Der Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung.
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